Image-Video-Filmworkshop „Deine Welt – Stand up!“


Image-Video-Filmworkshop „Deine Welt – Stand up!“

Im Rahmen des fünftägigen Filmworkshops „Deine Welt-Stand Up!” setzen sich die Teilnehmenden mit den Themen Islam- und Muslimfeindlichkeit bzw. antimuslimischer Rassismus, Zivilcourage sowie mit ihren persönlichen Erfahrungen von Diskriminierung auseinander.

An den ersten beiden Workshoptagen lernten die Teilnehmenden die Bedienung der Technik sowie die unterschiedlichen Aufgaben an einem Filmset kennen. Zudem erhielten sie durch die Workshopleiterin Michalina Mrożek eine Einführung in das Thema Filmtheorie. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam mit den Workshopleitenden Fragen wie „Was ist Diskriminierung?”, „Was sind Vorurteile?”, aber auch „Wer bin ich und was ist mir wichtig?”

Zum zweiten Workshoptreffen gab die politische Bildnerin Claudia Guzmán de Rojas einen Input zum Thema Zivilcourage. Sie zeigte den Teilnehmenden, wie sie sich beim Erleben einer Konfliktsituation, wie beispielsweise einem verbalen Angriff in öffentlichen Verkehrsmitteln, verhalten können. Hierbei ging es zum einen darum, wie die Teilnehmenden sich selbst gegen Diskriminierungen wehren, aber zum anderem auch darum, wie sie andere Betroffene schützen und verteidigen können. Daran anknüpfend sprachen Claudia Guzmán de Rojas und die Teilnehmenden über die Wirkungsmechanismen verschiedener Diskriminierungsformen. Diese Mechanismen vermittelte die politische Bildnerin der Gruppe mittels mehrerer Übungen, die anschließend mit der Kamera aufgenommen wurden. Im Anschluss schrieben die Teilnehmenden kurze Drehbücher, in denen sie ihre eigenen Geschichten, Erfahrungen mit und Perspektiven auf Diskriminierung und Zivilcourage verarbeiteten.

Nach den theoretischen und praktischen Auseinandersetzungen mit Zivilcourage und Diskriminierungsformen überlegten sich die Teilnehmenden, welche ihrer Geschichten und Erfahrungen sie in filmischer Form verwirklichen wollten. Im Anschluss an dieses Brainstorming wurden die Themen auf einzelne Gruppen aufgeteilt.

In den nächsten Tagen des Workshops hieß es „Action!“: Die Teilnehmenden widmeten sich der Stoffentwicklung und den Dreharbeiten. Um die Perspektiven der Teilnehmenden auf das Thema Diskriminierung zu erweitern wurde ein ganz besonderer Gast eingeladen: Die Comiczeichnerin Soufeina Hamed, auch bekannt unter ihrem Künstlerinnennamen „Tuffix“. In ihrer zeichnerischen Arbeit beschäftigt sich Soufeina Hamed überwiegend mit den Themen Islam- und Muslimfeindlichkeit, sowie antimuslimischer Rassismus. Die Gruppe führte ein Interview mit Soufeina Hamed, in dem sie über ihre persönlichen Erfahrungantimuslimischem Rassismus und Vorurteilen, mit denen sie als muslimische Frau im Alltag ständig konfrontiert ist, sprach. Nach dem Interview teilten sich die Teilnehmenden in die zwei Gruppeen mit n auf und erstellten ihre Drehpläne für die Dreharbeiten am kommenden Tag.

Eine Gruppe beschäftigte sich in ihrem Film mit dem Thema Homophobie bzw. Homofeindlichkeit. Der Kurzfilm beinhaltete eine Mischung von Dokumentar- und Spielfilmelementen. Im Mittelpunkt des Films stand Adrien ein:e Darsteller:in und Teilnehmende:r des Workshops. Adrien will sich nicht als Frau oder Mann identifizieren und wird dadurch mit vielen Fragen und auch Anfeindungen aus dem näheren Umfeld sowie der Öffentlichkeit konfrontiert.

Die andere Gruppe führte Interviews mit vier verschiedenen Frauen. Diese Frauen erzählten von ihren Erfahrungen mit Diskriminierung, insbesondere Sexismus, und schilderten unterschiedliche Situationen, in denen sie aufgrund ihres Frauseins diskriminiert wurden und wie sie mit solchen Situationen umgehen.

Darüber hinaus drehten alle Workshopteilnehmenden und die Workshopleitenden ein Videostatement. In diesem Statement antwortenden sie auf folgende zwei Fragen: „Wogegen bist Du?” und: „Wofür stehst Du auf”? Diese kurze Filmbotschaft ist ein Statement der Teilnehmenden. Sie zeigen damit, wie wichtig es ist gegen Diskriminierungen aufzustehen, sich zu wehren und vor allem sich solidarisch mit von Diskriminierung Betroffenen zu zeigen.

Im Anschluss an die Dreharbeiten führte Michalina Mrożek die Teilnehmenden in die Arbeit mit dem Schnittprogramm ein, sodass die Teilnehmenden dazu in der Lage waren, ihre Filme eigenständig zu bearbeiten.

Nach den Dreh- und Schnittarbeiten wertete die Gruppe gemeinsam ihre Arbeit und das im Workshop Gelernte aus. Die Teilnehmenden freuten sich über die gelungenen Filmarbeiten, aber auch über die spannenden Interviews, über die theoretischen und inhaltlichen Inputs und insbesondere darüber, dass sie ihre eigenen Perspektiven auf die Themen Diskriminierung und Zivilcourage erweitern konnten.

Teilnehmende: Jugendliche im Alter von 16 bis 27 Jahren

Zeitraum: Fünf Termine im August 2020

Workshopleitende: Michalina Mrożek (Filmemacherin, Pädagogin) und Ursula Henke (Dipl. Kulturwissenschaftlerin, Kamerafrau)