Klima Moabit



Klima Moabit lokal<>global

Förderkennzeichen: 03KKW0238

Das Projekt

Angesichts der dringenden Alltagsbedarfe von Migrant_innen und Geflüchteten erscheint Klimaschutz vielen zunächst nicht als Priorität. Erkenntnisse aus Interviews heben allerdings hervor, dass dieses Thema mittelfristig von erheblicher Bedeutung für das Gelingen von Integration ist. Angesichts der wachsenden Zahl von Neuzugewanderten wird es immer bedeutsamer, effektive Ansätze für die Aktivierung dieser Zielgruppen für Klimaschutzmaßnahmen zu entwickeln.

Neben der Orientierung über das Leben in Deutschland ist die soziale Anbindung von Neuzugewanderten an lokale Netzwerke eine besonders wichtige Bedingung für gelingende Integration. Aber auch für deutsche Klimaschutzinitiativen ist der Erfahrungsaustausch mit Neuzugewanderten von Interesse, denn viele von ihnen bringen Erfahrungen und Wissen um die globalen Auswirkungen und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels mit.

Das Projekt Klima Moabit lokal<>global wird im Rahmen des Programms „Kurze Wege für den Klimaschutz“ der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert.

Der Ansatz dieses Projektes besteht darin, die Bedarfe, Erfahrungen und Interessen der Neuzuge­wan­derten aufzugreifen und mit bestehenden Maßnahmen der lokalen Klimaschutzakteure zu ver­binden. Somit will das Projekt neue Lösungen für die Integrationsunterstützung entwickeln und erproben. Ein Austausch zwischen Anwohner_innen und Neuzugewanderten über alltagsrelevante Klimaschutz­maßnahmen in verschiedenen Ländern und über den Umgang mit den Folgen des Klimawandels wird ermöglicht und begleitet. Der soziale Zusammenhalt in Moabit wird gestärkt.

Das Projekt läuft bis Ende 2019.

 

Ziele

Das Projekt Klima Moabit – lokal<>global will Anwohner_innen in Moabit, die am Thema Klimaschutz interessiert sind oder sich in diesem Bereich bereits engagieren, mit neuzugewanderten Migrant_innen im Rahmen von interaktiven Aktivitäten zum Erfahrungsaustausch über die lokalen Auswirkungen des Klimawandels und die Ansätze im Umgang damit zusammenbringen. Gleichzeitig will das Projekt lokale Klimaschutzinitiativen dabei unterstützen, Neuzugewanderte vermehrt einzubinden, um Integrationsprozesse zu unterstützen und die soziale Kohäsion in der Nachbarschaft zu stärken. Das Projekt wird einen Austausch zwischen Neuzugewanderten und Anwohner_innen über alltagsrelevante Klimaschutzmaßnahmen in verschiedenen Ländern und den Umgang mit den Folgen des Klimawandels moderieren. Neuzugewanderte erschließen neue soziale Netzwerke und der soziale Zusammenhalt in Moabit wir d hierdurch gestärkt. Die Entwicklung von übertragbaren Ansätzen für klimaschutzrelevante Integrationsunterstützung durch Integrationsakteure ist eine weitere Zielsetzung des Projektes.

 

Methodisches Vorgehen

Der innovative Ansatz dieses Projektes besteht zum einen darin, die Interessen und Bedarfe der Neuzugewanderten aufzugreifen und mit bestehenden Maßnahmen der lokalen Klimaschutzakteure zu verbinden, um neue Lösungen für die Integrationsunterstützung zu entwickeln und erproben. Zum anderen nutzt das Projekt ressourcenorientierte Methoden aus der Gemeinwesenarbeit, um die bestehenden Kenntnisse und Erfahrungen der Neuzugewanderten im Umwelt- und Klimaschutz zu identifizieren und zu dokumentieren.

Im Jahr 2018 und 2019  werden unterschiedliche Kurse angeboten, die für Geflüchtete und Migrant_innen in Moabit relevant und attraktiv sind:

Kurs 1: DIY Powerbank mit Solarbetrieb

Der Kursplan wird unter Einbezug von Diskussionen und Aktivitäten zum Thema Energiesparen, Umweltberufe und Ressourcenschonung entwickelt z.T. mit externen Referent_innen entwickelt. Der Kurs läuft über 8 Wochen und wird 2018 zwei Mal angeboten.

Kurs 2: Klimaschutz in der interkulturellen Küche

Der Kursplan wird unter Einbezug von Diskussionen und Aktivitäten zum Thema Nutzung lokaler Lebensmittel, Ressourcenschonung, Recycling z.T. mit externen Referent_innen entwickelt. Der Kurs, in dem Gerichte aus den unterschiedlichen Herkunftsländern der Teilnehmenden zubereitet werden,  findet alle 2 Wochen statt und eine gemischte Gruppe aus Anwohner_innen und Neuzugewanderten wird an den Treffen teilnehmen.

Bei der Umsetzung der Arbeitspakete arbeitet La Red mit einer Reihe lokaler Partner zusammen.

Die aktiven Projektpartner sind:

Hintergrund

Moabit ist eines der am dichtbesiedeltsten und in Bezug auf die Herkunftsländer der Bewohner_innen vielfältigsten Quartiere Berlins. Laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg sind 29 % der Bevölkerung Moabits Migrant_innen (d. h. Personen ohne deutschen Pass), im Vergleich zu ca. 15,2 % berlinweit. Zugleich ist Moabit in den letzten Jahren zu einem zentralen Knotenpunkt der Berliner Infrastruktur zur Registrierung, Unterbringung und Integration von Migrant_innen und Geflüchteten geworden, mit Registrierungs- und Verwaltungseinrichtungen und einer Vielzahl von Not- und Gemeinschaftsunterkünften.

In Interviews zur Vorbereitung dieses Projektes berichteten Gesprächspartner_innen von erheblichen Integrationsbarrieren für Geflüchtete aufgrund der temporären Wohnsituation und den unzureichenden Interaktionen mit anderen Bewohner_innen aus der Nachbarschaft. Im Handlungsfeld Klimaschutz identifizierten die Projektpartner einen starken Informationsbedarf.

Im Bereich Klimaschutzmaßnahmen hat sich Moabit seit 2009 zu einem besonderen Quartier entwickelt. Ein Netzwerk von lokalen Akteuren engagiert sich bei der Entwicklung des Stadtteilentwicklungskonzeptes (SteK) “Green Moabit” sowie in aktuellen Projekten wie dem “Smart Sustainable District Moabit”. Eine Herausforderung bleibt allerdings die Einbindung der lokalen Bevölkerung. Selbst interessierte Anwohner_innen bemängeln, dass sich die Konzepte nicht ausreichend in lebenspraktische Maßnahmen übersetzen lassen. Diese Herausforderungen gelten in noch wesentlich stärkerem Maße für Neuzugewanderte