MIAU!


Migrant*innen aktiv unterwegs – MIAU!  

Das Projekt MIAU! unterstützt Menschen dabei, sich in und mit ihren Communities gegen Rechtsextremismus, Rechtspopulismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit im Internet zu engagieren. MIAU! ist für diejenigen da, die Hass und Hetze in ihren digitalen Lebenswelten ablehnen, aber (bisher) keine Möglichkeiten zum aktiven Umgang damit gefunden haben – die aber zur Meinungsbildung beitragen und Verantwortung für die Kommunikation in ihren Social-Media-Spaces übernehmen möchten. 

MIAU! erarbeitet eine Sammlung für „Snack-sized Content gegen gMf“ („Snacks“) und baut einen digitalen Community-Space mit und für Mikro-Influencer*innen mit Migrationsgeschichte auf.  

Der Community-Space ist ein Raum für Diskussionen, zum Lernen und Erproben von Strategien gegen Hass und für demokratisches digitales Handeln. So können sich Interessierte vernetzen und gemeinsam lernen, rechtsextremistische und rechtspopulistische Narrative und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (noch besser) zu erkennen, zu enttarnen und dagegen einzugreifen.  

Wir entwickeln und erproben im Community-Space gemeinsam Methoden in „Snack-Größe“, die  

  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (z.B. Rassismen, Antisemitismus, Sexismus, LGBTIQ-Feindlichkeit…) und rechtsextremistische Narrative und Strategien im Netz thematisieren,  
  • Nutzer*innen sozialer Medien für hasserfüllte, diskriminierende und antidemokratische Inhalte sensibilisieren, das heißt: ihnen helfen, solche Inhalte zu erkennen und zu enttarnen 
  • das Engagement gegen gMf und insbesondere Rechtsextremismus in digitalen Räumen stärken.  

Die Snacks werden von den Engagierten in ihre Communities – beispielsweise auf Facebook, Twitter oder Instagram – getragen. Im Community-Space werden die unterschiedlichen Erfahrungen mit den Snacks gemeinsam reflektiert, um die kritische Medienkompetenz der Multiplikator*innen zusätzlich zu fördern. 

Warum braucht es dieses Projekt? 

Zu viele Interaktionen in sozialen Medien sind geprägt von anti-demokratischem Content. Hate Speech – wir verstehen hierunter: gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (gMf) im Internet – begegnet inzwischen nahezu allen Internet-Nutzer*innen. Technische Möglichkeiten für das Identifizieren und Entgegenwirken sind begrenzt: bspw. auf Facebook wird Hate Speech durch Algorithmen hauptsächlich auf Englisch erkannt und entsprechend geflagged bzw. gelöscht. Da Codes, Referenzen, Bildsprache und Narrative u.a. zwischen nationalen Kontexten variieren erschwert dies sowohl Maschinen als auch Menschen das Erkennen. Insbesondere rechtsextreme Akteur*innen passen sich den Gegenmaßnahmen und -bewegungen an. Hate Speech ist auch in migrantischen Social-Media-Spaces präsent. Die Auseinandersetzung mit den jeweiligen spezifischen Formen in diesen Spaces (Gemeinsamkeiten und Unterschieden) eröffnet neue Handlungsräume auch für Akteur*innen aus migrantischen Communities. Viele Nutzer*innen (egal in welcher Sprache) erkennen demokratie- und menschenfeindliche Inhalte nicht bzw. können gMf oder rechtsextremistische Narrative nicht enttarnen. In migrantisch geprägten Social-Media-Räumen verknüpfen sich deutsche antidemokratische Diskurse mit menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Narrativen aus den Herkunftsländern mit communityspezifischen Themen. Dies geschieht oft in den Herkunftssprachen – die Hilfsangebote, um den Schaden rechtsextremistischer und gMf-bezogener Narrative zu begrenzen, sind jedoch primär auf Deutsch. Hier schließt MIAU! eine Lücke.